Düsseldorfer Buchtipps - Brandzeichen und Eisberge

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Brandzeichen und Eisberge - Ein Feuerwehrmann berichtet

Günter Nuth berichtet über seine Erlebnisse bei Feuerwehreinsätzen.

"Brandzeichen und Eisberge" lautet der Titel eines neu erschienenen Buches. Darin schildert Günter Nuth seine Erfahrungen als Einsatzleiter der Berufsfeuerwehr Düsseldorf in Kombination mit seiner 10-jährigen Tätigkeit als Fachberater für Psychotraumatologie. Denn nach belastenden Einsätzen benötigen auch gestandene Feuerwehrmänner oft Beistand.

Das 250 Seiten umfassende Buch stellt die Wirklichkeit des Feuerwehralltagsin all ihren Facetten dar. Möglichkeiten für Feuerwehrleute, sich im Alltag seelisch zu schützen, werden darin erörtert. "Keine Opfer verletzende Sensationsdarstellung, sondern die Aufarbeitung der Wirklichkeit des Feuerwehralltags, um damit ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiten, Angehörigen und Freunden den Umgang mit der Wirklichkeit zu erleichtern, ist Anspruch des Buches", erklärt Autor Günter Nuth.

In diesem Buch beschreibt der Einsatzleiter der Berufsfeuerwehr Düsseldorfauch Erfahrungen seiner 10-jährigen Tätigkeit als Fachberater für Psychotraumatologie. Er vermittelt Eindrücke und Emotionen der Menschen,die ihm in den Einsätzen begegnet sind und spiegelt so den Umgang mit belastenden und befreienden Situationen wider. Skurrile Erlebnisse, erschütternde Erfahrungen, humorvolle Begegnungen und persönlicheEmpfindungen wie Plötzlicher Kindstod, peinliche Situationen in einem Bordell, Umgang mit Suizidanten, die Rettungsaktion eines Neugeborenen, Menschen, die unter einem Eisenbahnzug eingequetscht worden sind, Abschiedssituationen, Telefonate auf der Notrufleitung und Eindrücke beim Flughafenbrand in Düsseldorf formen sein Mosaik des Feuerwehralltags. Der Spannungsbogen ergibt sich in der sachlichen und informativen Wiedergabe und zwingt den Leser zu eigenen Einschätzungen und Wertungen. Nuth erinnert sich an Umstände, die ihn berührten, verwirrten oder lernen ließen, die stumpfe Realität mit anderen Augen zu sehen, um sich auch vor eigenen seelischen Verletzungen besser zu schützen.

Die Einsatzerlebnisse werden mit 27 Themen verbunden, die seine Erfahrungenals Fachberater für Psychotraumatologie und Personalbegleiter nach Extremeinsätzen widerspiegeln. Er beschreibt die zaghaften Anfänge der Feuerwehr-Personalunterstützung ab Mitte der 90er-Jahre, das langsame Herauslösen aus dem Schweigen der Männer, die zu diesem Zeitpunkt über Einsätze nicht sprechen durften, um das damalige Bild des "Feuerwehrmanns" in der Gesellschaft aufrecht zu erhalten. Die Themen verdeutlichen das Dilemma all derer, die zwischen "Heldentum", "Weichei" und "Eisbergen" versuchen, einen Umgang mit ihren eigenen Empfindungen zu finden.Günter Nuth vermittelt die unterschiedlichen Aspekte von "Männern und Gefühlen", den Umgang mit ihren Partnerinnen und seine Erfahrungen mit den Kollegen nach Extremeinsätzen. Er gibt Tipps, um sich vor Belastungen zu schützen. Weiter schildert der Autor seine Erfahrungen in der Traumatologie und ergänzt Hinweise zu den Grundlagen eines Einsatznachbereitungsgespräches, zum Umgang mit Sterben und Tod allgemein und insbesondere bei dem Tod eines Kollegen. Er ermuntert zu Klarheit bei Gesprächen mit Suizidanten und zu Offenheit, in der Feuerwehrmänner über ihre Gefühle im geschützten Rahmen sprechen dürfen.

Günter Nuth
Brandzeichen und Eisberge – Im Alltag der Katastrophe überleben lernen
250 Seiten
ISBN 978-3-86685-108-5
12 Euro

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