Düsseldorfer Stadtteile: Eller (Duesseldorf-Magazin.info)

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IndividuEller auch ohne Bestatter-Kontakt

Rund um den Gertrudisplatz gibt es zahlreiche Geschäfte und auch einige Kneipen sowie Restaurants.

"In Eller stirbt man schneller!" Diesen Satz habe ich unzählige Male gehört, als ich vor einigen Jahren nach Eller, den Stadtteil mit knapp 30.000 Einwohnern im Düsseldorfer Südosten, gezogen bin.

Dass dieser Spruch, in diversen Varianten, durchaus gebräuchlich ist, zeigen mehrere hundert Google-Treffer. Auch wenn ich mittlerweile nicht mehr zwischen Lierenfeld und Reisholz wohne, bleibt festzuhalten: Es gibt sicherlich weitaus unattraktivere Wohnlagen - und ich musste auch nie die Dienste eines Bestattungsunternehmers in Anspruch nehmen.

Woher dieser nicht wirklich nette Spruch stammt, ist nicht eindeutig zu klären. Manch einer vermutet, dass er mit den ausgedehnten Industrieflächen und Arbeitervierteln entlang der Erkrather Straße im benachbarten Lierenfeld zu tun haben könnte, andere mutmaßen, dass der Ursprung in den tödlichen Auseinandersetzungen im Jugendclub an der Bernburger Straße Ende der 80er und Anfang der 1990er Jahre liegt. Die Werbegemeinschaft Eller ist nicht gerade glücklich mit diesem so vermittelten Negativ-Image und versucht, mit dem Slogan "Wir sind individuELLER" entgegenzusteuern.

Und in der Tat hat der 5,86 Quadratkilometer große Stadtteil Stärken, auf die man sich besinnen sollte. Der Gertrudisplatz und die daran vorbeiführende Gumbertstraße strahlen die Behaglichkeit einer Kleinstadt aus, die sich auch in den knapp 100 Jahren nach der Eingemeindung 1909 ein eigenes, geschlossenes Zentrum bewahrt hat. Sicher hat dies mit der durchaus eigenständigen und weit zurückzuverfolgenden Geschichte und Vergangenheit von Eller zu tun.  Über die früheste Geschichte ist auf wikipedia.de zu lesen: "Archäologische Funde lassen auf eine kontinuierliche Besiedlung des Gebietes seit dem 2. Jahrhundert nach Christus schließen. Die Meinung der Historiker, ob dort eine germanische, romanisierte germanische oder römische Siedlung bestanden hat, gehen jedoch auseinander. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgt 1218 in der Heberolle des Stiftes Gerresheim unter dem Namen Elnere, was „Weide am Sumpf“ bedeutet."

Das Schloss in Eller.

Als Siedlungskern des Dorfes Eller gilt die heutige Straße Alt-Eller. Die benachbarte Burg Eller wird erstmals 1309 erwähnt und bis 1469 zur Wasserburg ausgebaut. Aufgrund fortschreitenden Verfalls wird sie 1826 bis auf den Turm abgetragen und als Schloss Eller neu erbaut. Mit Prinzessin Luise von Preußen hält der Hochadel in Eller Einzug. 

Die Tochter von Alexius Herzog von Anhalt-Bernburg litt allerdings unter einem schweren Nervenleiden. Unter der Anleitung ihres Lehrers Friedrich Heunert stellte sie ihr künstlerisches Talent unter Beweis und malte das Schloss samt Umgebung. Sieben Werke, die in Zusammenarbeit mit Heunert entstanden sein sollen, gelangten später mit einem Album ihrer Aquarelle ins Stadtmuseum. Ihr Ehemann, Friedrich Wilhelm Ludwig Prinz von Preußen, lebte weiterhin in Berlin.

Den gemeinsamen Geburtstag am 30. Oktober feierte das Paar jedoch regelmäßig in Eller - und die knapp 1000 Einwohner drückten ihre Verehrung für das beliebte Prinzenpaar stets durch festlich geschmückte Straßen, Illumination und Musik aus.

In dieser Zeit beginnt auch die Industrialisierung, die das Gesicht des Ortes nachhaltig verändern wird. Seit 1872 verlaufen zwei Bahntrassen durch den Ort, der einen eigenen Bahnhof erhält. In rund 40 Jahren wächst die Einwohnerzahl um 9.000 auf 10.000 im Eingemeindungs-Jahr 1909.

Nach dem Zweiten Weltkrieg ist erst einmal Wiederaufbau angesagt. Eller war mehrfach von Fliegerbomben getroffen worden und stand unter Artilleriebeschuss. Neue Wohngebiete werden in den 1950er bis 1970er Jahren insbesondere in Eller-Süd und an der Deutzer Straße erschlossen, was einen erheblichen Anstieg der Bevölkerungszahl bewirkt. 

Mittlerweile gibt es drei S-Bahnhöfe und zwei Linien verbinden Eller mit dem Rest der Welt - auch über die Autobahn A46 ist Eller gut angebunden.

Neuigkeiten gibt es auch von Schloss Eller. Nachdem verschiedenste Alternativen diskutiert und wieder verworfen wurden, konnte im Januar ein Erbpacht-Vertrag mit der Stadttochter IDR (Industrieterrains Reisholz GmbH) abgeschlossen werden, der über 50 Jahre läuft.

Die IDR wird das Gebäude sanieren. Der Prinzensaal bleibt für Veranstaltungen der Stadt reserviert. Die anderen Räume des Hauptgebäudes soll man für Hochzeiten, Tauffeiern oder Partys mieten können. "In den Wirtschaftsgebäuden sind Appartements für Geschäftsleute geplant, die nur kurzzeitig in Düsseldorf leben und arbeiten, aber dennoch standesgemäß wohnen wollen.

Im Forsthaus des Schlosses soll ein Heimatmuseum für den Stadtteil Eller entstehen. Angedacht ist ein Café im Bootshaus", ist bei Wikipedia zu lesen.

Von Philipp Öller


Eller-Tipps von Duesseldorf-Magazin.info

  • Im ehemaligen Bahnhofsgebäude an der Vennhauser Allee 89 finden mittlerweile unter dem Titel "Kultur Bahnhof Eller" regelmäßig Ausstellungen statt.
  • Auch wenn man in Eller nicht unbedingt damit rechnen würde: Direkt am S-Bahnhof Mitte befindet sich auf rund 10.000 Quadratmetern Fläche der Reitpark Eller. Im angegliederten Restaurant kann man mit Blick auf die Halle den Reitern zuschauen.

Freizeit in Eller

City-Minigolf

Am Rande Ellers befindet sich eine grüne und gepflegte Minigolf-Anlage, die nicht nur Heimat des 1. City Minigolf Clubs Düsseldorf ist, sondern auch viele Familien anlockt.

...mehr über Minigolf in Eller

Für Kinder in Eller

Abenteuerspielplatz Eller

Am Anfang war ein Planspiel, dann ist aus der Theorie Praxis geworden. In unmittelbarer Nachbarschaft des Schlosses Eller kann man seit den 70er Jahren Abenteuer erleben.

...mehr zum Abenteuerspielplatz (ASP) Eller

Wasserspielplatz Eller

In Gehweite von Schloss und Abenteuerspielplatz befindet sich ein weiteres Highlight für Kinder in Eller: der Wasserspielplatz.

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